richtiges Abseilen…

Richtiges Abseilen in Alpinem Gelände ist das A und O des Klettern. Es gibt einige Sicherungsgeräte, die zum Abseilen genutzt werden können, mich begleitet überall der ATC-Guide.
Der ATC von Black Diamond ist ein super Multifunktionsgerät, Sichern im Verstieg sowie im Top-Rope. Das Sichern von zwei Nachsteigern in Mehrseiltouren, Vor- und Nachstiegssichern sowie das selbständige Ablassen.

Bei dem ATC Guide kann man mit der zusätzlichen Karabineröse auch zur Sicherung in Mehrseilrouten über den Standplatz eingesetzt werden. Der Tuber wird hier mit einem Verschlusskarabiner in den Standplatz eingehängt, so dass man den Nachsteiger bequem über den Fixpunkt sichern kann und man selbst nicht Teil der Sicherungskette ist. Durch den richtigen Seilverlauf besitzt der Tuber zudem einen automatischen Blockiermodus der das Nachsichern zusätzlich erleichtert. Dies werde ich aber in einem weiteren Thema beleuchten.

Kommen wir jetzt erst einmal zum Abseilen mit dem ATC Guide,

Oben in unser Halbseil oder in das doppelt gelegte Einfachseil legen wir den ATC ein, hierbei ist zu beachten das, dass fixierte Seil oben aus dem Tuber (Bild vom Kletterer) läuft und das restliche freie Seil in der Hand weiter fixiert wird (Bild von einer Hand auf dem Tuber).

Den Tuber hängen wir jetzt mit einem HMS Karabiner in unsere Standplatzschlinge ein. Auf dem Bild ist das die gelbe Schlinge, hier wurde ein weiches Auge geknotet um den Tuber etwas näher an den Zentralen Punkt des Klettergurtes zu bekommen. (Es gibt auch extra Standplatzsschlingen die dafür verwendet werden können. Siehe hier die neue Version von Petzl oder die konventionelle hier ). Man sollte den Tuber auch so einbauen das das Seil von einem weg schaut, das ist beim Ablassen mit der Seilführung einfacher zu handhaben und man dreht sich während des ablassen nicht mit dem Rücken zur Wand.

Als nächstes wird der Prusik eingelegt, bei recht neuen Seilen sollte dieser 3 mal um das Seil geführt werden, bei älteren reicht meist 2 mal aus. Diesen ziehen wir etwas fest und hängen ihn mit einem 2 Karabiner in unseren zentralen Punkt des Gurtes, wichtig ist das er unterhalb der gelben Bandschlinge ist.
Wieso wird der Prustik eingebaut ? : Diesen bauen wir als „Sicherung“ in unser System, dass wenn der Kletterer verunglückt der Prusik ihn vor dem Absturz bewahrt. (Klemmknoten)

Wenn wir jetzt durch das öffnen des Prusiks, Seil langsam auslassen, bringen wir uns wieder auf den Boden zurück 🙂

Habt ihr Fragen zum abseilen mit dem ATC Guide ?

In der Anleitung steht zwar das der ATC mit einem HMS Karabiner sicher läuft, ich finde aber wenn ein O-Karabiner genutzt wird hat man eine sichere und schönerer Seilführung. Dies wird in der Bergwacht auch so gelehrt, dort hat er auch nur mit dem Petzl 3T+ O-Karabiner eine Zulassung. Es gibt auch einige andere Tuber die im Alpinenraum eingesetzt werden.
Wir nutzen bei der Bergwacht sowie viele Bergführer ausschließlich den von mir vorstellen Tuber.

Winterbegehung Alpspitz Ferrata

Im Sommer ist die Alpsitze ein sogenanter Klassiker in den Nordalpen. Die Frequenz des voll gesicherten Berges ist enorm. Man findet im Sommer kaum die Möglichkeit ungestört auf dem Gipfel zu sein. Im Winter, bei Schneeauflage findet man den Klassiker ganz für sich allein.

Der Klettersteig ist im Winter gesperrt das Begehen erfolgt auf eigene Gefahr!
Dies ist sicherlich sinnvoll, um unerfahren Bergtouristen von einem Wagnis abzuhalten.

Die Winterbesteigung der Alpsitze ist nichts für unerfahrene Bergtouristen

Blick Bergstation zur Alpspitze

Am Osterfelderkopf (2050hM) startet man in die winterliche Tour. Der Einstieg der Nordwand erreicht man in etwa 20 Minuten. Früh los laufen lohnt sich da der Schnee noch festgefroren und tragend ist. Dies ändert sich mit der Sonneneinstrahlung jedoch relativ schnell.

Unser Equipment legen wir bereits an der Bahnstation an und haben somit die Möglichkeit direkt in den Einstieg zu kommen. Über leichtes Gelände geht es bergauf, hier muss meistens ungesichert vorangegangen werden.

Bitte beachtet zu jeder Zeit die aktuellen Lawinensituationen und unterschätzt hier die Steilheit nicht.

Die zweite Hälfte des Aufstiegs wird steiler, jedoch sind hier die meisten Klettersteig-Stellen frei, und die Stahlseile können verwendet werden. Es gibt jedoch immer noch einige stellen, wo das Seil nicht herausschaut und somit frei über diese Schneeflanken gegangen werden muss.

Der Abstieg :

Ist man mit Ski oder mit Schneeschuhen unterwegs geht es am schönsten über die Ostflanke hinunter ins Oberkar. Wichtig ist hier nur bei sicheren Schneeverhältnissen. Bei der Abfahrt sieht man die Stuibenhütte auch ein schönen Anlaufpunkt bevor es zur Talabfahrt geht. Auch eine schöne Abfahrt ist über die Grießkarscharte.

Was nicht empfehlenswert ist der Abstieg über das Grießkar in Richtung Höllental. Hier ist das zurechtfinden sehr knifflig und mit Ski auch nicht gut befahrbar (im unteren Bereich). Mit Schneeschuhen ist es möglich jedoch nur mit guter Ortskenntnis oder mit GPS Geräten. Bitte bedenkt, dass die Klamm im Winter abgebaut sowie gesperrt wird und der Abstieg nur über den Stangensteig möglich ist.

Ausrüstungsempfehlung :

Winter-/ Bergbekleidung, Bergschuhe, Klettergurt, Klettersteig Set, 2 Paar Handschuhe, 1 Eispickel, Steigeisen, Mütze, Rucksackapotheke, Verpflegung

Hier eine Auswahl an meinem mitgenommen Equipment :
Eispickel : Petzl Evo
Steigeisen : Petzl Vasak
Klettergurt : Mammut Ophir
Kletterhelm : Black Diamond Vapor
Klettersteigset : LACD Klettersteigset Pro Evo Blue

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